Die Kairologie ist kein neues Fachgebiet unter den Humanwissenschaften. Denn sie erforscht jene menschliche Dynamik, die alle betrifft, insbesondere Psychologie, Soziologie und Geschichtswissenschaft. Ihre umfassende Theorie fordert naturgemäß die Fachleute heraus. Wenn jedes kulturell-historische System - wie eine Galaxie - sein spezifisches Urmuster an Weltbeziehung  im gleichen Tempo und mit den analogen Arbeitsschritten vollziehen soll, dann könnte dies zwar viele Fachbereiche wie antike Geschichte, Ägyptologie oder Sinologie neu erhellen, sie aber auch verunsichern. Was bedeutet es wiederum für die historische Anthropologie, wenn die Menschheit vier Transformationsstufen durchlaufen soll? Was hat die historische Relativitätstheorie für Konsequenzen für das Verständnis von Kunstepochen, Wirtschaftszyklen, Generationswechsel? Was lernen wir über den wahren Horizont von Philosophen und Theologen, Religionsstiftern und Ordensgründern? Unüberschaubar ist bisher das Gebiet von Fragen, die auf wissenschaftliche Antworten warten. Und eine ernst zu nehmende Theorie muss sich nach Popper dem Kriterium der Falsifizierbarkeit stellen. Wer sich also unter kairologischen Aspekten mit seinem Fachgebiet auseinandersetzen möchte, ist eingeladen, sich mit dem Institut in Verbindung zu setzen.

Wir forschen auch selbst. Aktuell wird von Studenten der FH Neuulm eine Studie durchgeführt, in der ca. 700 Persönlichkeiten aus allen Bereichen der Gesellschaft kairologisch untersucht werden. Ziel ist die Entwicklung einer Datenbank, die - analog zum Projekt des human genome - eine Art historical genome abbildet. Dadurch lassen sich individuelle, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Entwicklungen tiefer erfassen und gezielter mit Krisen und Chancen umgehen. 

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