• 2011 war die Zeit für einen neuen THOMAS VON AQUIN

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    Jeder, der die Geburts- und Sterbedaten (1225-1274) des großen Theologen der Hochscholastik kennt, wird vorhersagen können, dass 2025 das 800jährige Jubiläum von Thomas auf vielfältige Weise gefeiert werden wird.

  • 800 Jahre NSA

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    Stellen Sie sich vor, sie lebten im Jahre 1229. Das Gnadenwirtschaftssystem der römisch-katholischen Kirche sieht sich massiv bedroht durch den religiösen Terrorismus der sogenannten Albigenser, die die Sakramentenwirtschaft der alles umfassenden Kirche ablehnen und eigene religiöse Verwaltungssysteme aufbauen wollen. Die allgemeine Basis dafür soll das seit 1200 aufkommende geistliche Netzwerk der Spiritualen sein. Diese behaupten, dass sie im Hl. Geist die innere Kommunikation mit Gott und den Heiligen herstellen könnten. Sie seien deshalb nicht mehr auf die jährliche Kontrolle des Sündenhaushalts über die Beichte angewiesen. Sie könnten über die geistliche Kommunion mit Jesus Christus jene übernatürlichen Freuden empfangen, die früher nur mittels der Amtspriester verlässlich zu erhalten waren. Es kommt so weit, dass sich selbst Kaiser Friedrich II. den Spiritualen über den dritten Orden der Franziskaner verbindet.

    Angesichts dieser Bedrohungen der Gnadenmacht der allein seligmachenden Kirche setzt sich um 1229 die Auffassung durch, man müsse ein zentral gesteuertes geistliches Kontrollsystem einführen. Die dafür zuständige Behörde solle sich vor allem des Predigerorden des Dominikus und seiner Experten für spirituelle Kommunikation bedienen. Diese bekämen wegen ihrer Nähe zum Volk und ihrer volkstümlichen Kommunikationsmethoden am besten mit, wo sich gefährliche Tendenzen bildeten. Im Jahre 1231 sind auch die Bedenkenträger so weit bearbeitet und berücksichtigt, dass man zur Tat schreiten kann. Papst Gregor IX. (geb. um 1267=A4c1) errichtet die Päpstliche Inquisition. Inquisitoren müssen Häresieverdächtigen von sich aus nachgehen, sie aufspüren und vor Gericht bringen. Die Regeln der Aushorchung gelten fortan überall, wohin der Arm der Kirche reicht. Bespitzelt wird, wo man die Gefahr sieht, es könnten ketzerische Pläne entwickelt werden.

     

    Knappe 400 Jahre später, Anfang des 17. Jahrhunderts, tut sich ein analoges Problem auf. Die Konfessionen, vor allem aber die katholische Kirche und ihre katholischen Herrscher, fühlen sich bedroht durch die Verunklarung des Glaubens- und Handlungsbewusstseins. 1622 (391 Jahre nach der Inquisition) wird die sogenannte „Römische Propagandakongregation" eingerichtet. Den Missionaren, vor allem den Jesuiten, wird untersagt, mit einer gewissen Freiheit mit den örtlichen Gewohnheiten und kulturellen Verständnisebenen zu kommunizieren. Ein Spitzelsystem sorgt für die rechtzeitige Information der Kongregation, die dann entsprechende Schritte unternimmt.

    2015 (also genau 786 Jahre nach der Forderung einer Päpstlichen Inquisition) fordert der deutsche Verfassungsschutzchef Maaßen ein globales Regelwerk für den Cyberkrieg. „Ich kann mir vorstellen, dass wir im internationalen Bereich ein Regularium dafür schaffen müssen." Er empfiehlt nicht nur Staaten Selbstschutz, sondern auch Unternehmen regelmäßige Abwehrübungen. Auch Internetprovider seien in die Pflicht zu nehmen; denn „anders als früher würden radikale Botschaften zunehmend über soziale Netzwerke verbreitet." (n-tv.de v. 23.3.2015)

    Spätestens seit 2001 und im Zusammenhang mit den modernen Albigenserkriegen, die heute Irakkriege und Kampf gegen Al-Kaida oder IS heißen, wird daran gearbeitet. Dass Edward Snowden 2013 öffentlich machte, was die NSA treibt, war natürlich so nicht vorgesehen. Seither gilt er für die USA als todeswürdiger Oberketzer. Wir wissen inzwischen, dass seit Jahren die Geheimdienste wichtiger Staaten (im Mittelalter „Erz-Diözesen" genannt) zusammenarbeiten. Die Terroranschläge der jüngsten Zeit und deren Art von Kommunizierung schafft zunehmend das Klima, das man braucht, um diese Cyberwar-Kontrollmechanismen ganz offiziell und damit mit einem rational vertretenen Regelwerk einzurichten. Um das Jahr 2017 dürfte das in irgendeiner Form offiziell durchgeboxt sein, angeführt von der USA.

    Das kairologische Modell kann diese seltsamen Entsprechungen erhellen. Danach wiederholt sich alle 393 Jahrgänge innerhalb einer historischen Galaxie die gleiche Problem- und Kräftekonstellation. Auf Grund dieser Erkenntnis ließ sich 2011 schon für die Zeit von 2015 bis 2017 die Einrichtung einer weltweiten Cyber-Inquisition vorhersagen. Genau das fordert jetzt Maaßen.

     

  • Abstiegssehnsucht? Eine kairologische Reflexion

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    „Hat den Westen Abstiegssehnsucht erfasst?“ So fragte schon vor sechs Jahren die Landeszeitung aus Lüneburg. Es brauche, so meinte sie, „Politiker, die der epidemisch um sich greifenden Europa-Müdigkeit mitreißende Visionen entgegenzusetzen verstehen.“ Griechenland und die „Weltfinanzmärkte“ waren damals das Hauptproblem. Wir sind zweifellos weiter. Wir haben Trump und den Brexit. Wir nehmen erschreckt wahr, dass der Chefberater des amerikanischen Präsidenten gar von einer Revolution spricht, derer die Welt bedürfte. Wir fürchten Erdogan, Le Pen und Wilders. Was erwartet uns noch?

  • AUF DEN KAIROLOGISCHEN SPUREN VON MERKELS ATOMPOLITIK

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    Die Kunst der Politik ist, die richtige „Welle", also jene „kritische Masse" abwarten zu können, mit der sich die vorhandenen Hindernisse überwinden lassen und auf der sich dann wirklich so surfen lässt, wie man eigentlich will. Die Wirkung des Unglücks von Fukushima in Deutschland und die Reaktion von Merkel ist ein gutes Beispiel dafür. Die Bevölkerung ist emotional betroffen, die Atomlobby ist argumentativ geschwächt. Auf einmal funktioniert der Schwenk: Moratorium für 7 AKWs (von denen viele sicher nicht mehr ans Netz gehen werden), auf die Schnelle zwei neue Kommissionen. Natürlich spielen die Landtagswahlen eine gewisse Rolle, da es auch um Machterhaltung geht, aber der Kern liegt woanders, im historischen und geistigen Kairos von Merkel selbst.

    Es erweist sich, dass die Kernkraft nicht so sicher ist wie behauptet. Für die technischen Probleme ist Kommisson 1 zuständig. Es erweist sich ferner, dass das „Volk" längerfristig keine AKWs mehr will. Zu welchem gemeinsamen Willen aber reicht die Kraft? Das ist die Frage für Kommission 2. Die weisesten 14 Vertreter und „Nothelfer" der „Öffentlichkeit" sollen einen möglichst breiten Energiekonsens der Gesellschaft formulieren. Aus beiden soll ein neuer Zielkonsens hervorgehen, zu dem Merkel dann die Realität Schritt für Schritt hinführen will.

    Es gäbe viele andere Wege, wie die Kommentare in den Medien zeigen. Warum also so und nicht anders? Hier ist Merkels Maximumfaktor, ihr Kairos gut zu erkennen. Sie (Jahrgang 1954) gehört zu einer sogenannten „Beziehungsgeneration", in der die Menschen nicht nur Funktion gewisser objektiver Güter sind, sondern diese Güter und die geschichtliche Bewegung zwei zunächst selbstständige Pole des Ganzen sind, die beide ihre volle Kraft erst dann entfalten, wenn sie auf ein Drittes, ein gemeinsames Ziel bezogen sind. In diesem Generationsfeld steht Merkel am Ende der ersten von vier Schichtungen (Jg. 1948/49 bis 1954). Dies bedeutet, dass sie, die „Moderatorin", glaubt, ihr Maximum zu leisten, indem sie für das Handeln eine möglichst große geistige Willensplattform schafft. Irgendetwas in ihr sagt ihr: Je klarer ist, was wir alle gemeinsam wollen, desto größer ist die gesellschaftliche Kraft zur Verwirklichung.

    Das Ergebnis wird in diesem Falle eine Art überparteilicher „Energiekonsens" sein. Wie so etwas, angewandt auf die deutsche Wirklichkeit, aussehen wird, lässt sich gut an der „Erklärung anlässlich des 50. Jahrestages der Unterzeichnung der Römischen Verträge" von 2007 ablesen. „Wir verwirklichen...; wir streben...; wir leben und wirken...; wir wahren... mit der Konsequenz, dass alle Regierungschefs die EU bis 2009 „auf eine erneuerte gemeinsame Grundlage" stellen wollten. Damals beklagten die christlichen Kreise den fehlenden Gottesbezug. „Zufällig" allerdings wurde diese reine Botschaft, dass wir in der EU „zu unserem Glück vereint" sind, an einem 25. März verkündet, dem liturgischen Festtag der Verkündigung der Frohen Botschaft durch den Engel Gabriel an Maria, neun Monate vor Weihnachten. Gut möglich, dass der Energiekonsens nächstes Jahr an Pfingsten besiegelt wird.
    © Dr. Karl Hofmann

  • Chartres 2021 – ein außergewöhnliches Erlebnis

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    „Ich habe Chartres bei der Studienreise vollkommen anders erlebt als ich das auf eigene Faust getan habe. Alleine frühmorgens das Labyrinth in Chartres zu begehen war eine fantastische Gelegenheit und eine eigene innere Zeitreise zu mir selbst.Es war ein sehr schöner Wechsel zwischen Theorie und praktischem Erleben." (Petra Eberle)

  • Der Brexit– kairologisch betrachtet

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    Sollen wir den König köpfen oder ihm eine „freundschaftliche“ Repräsentantenrolle gewähren? So lautete die Brexit-Frage vor knapp 400 Jahren. Ähnlich stellte sie sich schon vor rund 800 Jahren, damals im mittelalterlichen Kontext. Diese klare Erkenntnis geht aus der kairologischen Perspektive hervor. Sie hilft uns, mit mehr Abstand auf das aktuelle Ringen zu blicken.

    1215 wurde die Magna Charta unterzeichnet. Die endgültige Fassung stammt von 1225. Die Rolle der EU fiel damals dem englischen König zu, die Rolle des englischen Parlaments dem Adel. Er revoltierte gegen die autoritäre Führung des Königs Johann Ohneland. Die königliche Zentralgewalt wurde dadurch langfristig eingeschränkt.

    Etwa 400 Jahre später kehrte in verwandelter Form der Konflikt wieder. Diesmal waren die Vorzeichen konfessionell. Auf der einen Seite stand die Politik der Krone, die sich dem katholischen Spanien und Frankreich annäherte. Auf der anderen Seite standen die Erwartungen des Volkes und eines großen Teils des Adels. Schon in den 1620er Jahren fürchtete man eine katholische Invasion. Schließlich kam es 1641 zum Ausbruch der irischen Rebellion. Antipapismus wurde zu einem unabdingbaren Grundfaktor der englischen Gesellschaft des 17. Jahrhunderts. Er gipfelte in der Hinrichtung von König Karl I 1649. Auch in der Folgezeit blieb es ein jahrzehntelanges Ringen zwischen dem katholischen Stuartkönigtum und den protestantischen Gegnern des königlichen Absolutismus. Die Entscheidung fiel endgültig in der glorreichen Revolution von 1688. Damals wurde die Bill of Rights durchgesetzt. Sie ist bis heute die Grundlage für das parlamentarische Regierungssystem im Vereinigten Königreich.

    „Und was ist mit dem Jahr 1534?“ fragt der historisch Bewanderte. Damals trennte sich unter König Heinrich VIII offiziell die anglikanische Kirche von der römisch-katholischen. Dieser Vorgang hatte aber eine andere Funktion. Er ersetzte, wie in vielen europäischen Ländern, die römische Zentralgewalt durch die königliche.

    Heute geht es um einen tief sitzenden, vor allem von englischen Parlamentariern getragenen Widerstand Großbritanniens gegen die volle Mitgliedschaft in der EU. In den Debatten klingt immer wieder an, dass sich Großbritannien unter einer europäischen Gemeinschaft vor allem eine Freihandelsgemeinschaft vorgestellt habe. In den letzten Jahrzehnten entwickelten sich aber die EU-Organe in Brüssel und Straßburg immer mehr zu einer Zentralgewalt, die in alle Lebensbereiche seiner Mitgliedstaaten eingriff.

    Vor diesem Hintergrund musste der Punkt kommen, an dem die englische „Seele“ (so auch Boris Johnson in seiner Rede am 19. Oktober 2019) zu revoltieren begann. Ein Teil der Abgeordneten ist zu jedem Opfer bereit, sprich, auch zu einem No-Deal-Brexit. Einem solchen hätte im 17. Jahrhundert die Enthauptung des Königs entsprochen.

    Zu glauben, es ginge hier ausschließlich um Wirtschaft und Finanzen, verkennt das kollektive seelische Erbe. Dazu sollte man allerdings um etwas wissen, was heute leicht vergessen oder verdrängt wird. Völker und Staaten sind mehr als die Summe ihrer Individuen. Sie sind kollektive Energiekörper, die im Laufe der Jahrhunderte eine je eigene Wirklichkeitsperspektive entwickeln und mit gewissen Themen in gewissen Zeitabständen erneut kämpfen.

    Der Brexit hat also im Grunde eine 800-jährige Geschichte. Sowohl im 13. als auch im 17. Jahrhundert kämpften die Anhänger einer wie immer geformten Zentralgewalt mit dem starken Selbstbewusstsein der Repräsentanten der Gemeinschaft. Der zähe Kampf um Entstehung und Durchführung des Brexit ist nur die moderne Form einer notwendigen Rückkehr in die natürliche polare Gestalt, die die Beziehung Großbritanniens zum jeweiligen Ganzen charakterisiert.

    In dieser Perspektive wird auch verständlich, wieso ein Parlamentspräsident wie Bercow bei seiner Regelauslegung bis in die Anfänge des 17. Jahrhunderts zurückgeht und wieso Schotten, Waliser und Nordiren die uralten Konflikte wieder in die Debatte hineintragen. Wie genau ist der Weg zu gehen? Darum wird heute genauso erbittert gestritten wie einstmals.

    Dr. Karl Hofmann

  • Ein neuer Descartes

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    Wer sich schon mit Descartes befasst hat, darf sich freuen. Uns erwartet ein neuer Descartes. Er ist bereits geboren, um 1990.

    Seine Grundlinien lassen sich schon skizzieren:

  • Eine Homepage, die ist lustig, ... Anmerkungen zur kairologischen Distanz

    Allongeperücke 17./18.Jh.

    Was für das 17. Jahrhundert die kunstvoll arrangierte Kleidung, das gepuderte (und damit schon sichtbar über-natürliche) Gesicht und die zum Teil mehrstöckige Perücke war, das ist für uns die Präsenz im Internet. Der äußeren Form nach käme niemand mehr auf die Idee, sich mit dem Barock zu vergleichen. Und doch sticht die Analogie sofort ins Auge, wenn man auf den tieferen Vorgang schaut. UNSERE höfische Gesellschaft präsentiert sich einander in den öffentlich zugänglichen „Höfen" des Internets. Man schaut einander an auf den Promenaden der verschiedenen Gruppen, zu denen man gehört. Man kommuniziert in der seltsam distanzierten Etikette des Internets. Die Schneider, Parfümierer, Friseure heißen heute IT-ler. Sie sind hochangesehene Handwerker und sehr damit beschäftigt, uns vor dieser Öffentlichkeit nach strengen technischen Vorgaben zu präsentieren.

    Den Älteren fällt es vielleicht noch schwer, sich in dieses Korsett der website zu pressen, aber für die meisten Jüngeren ist es selbstverständlich. Man stolziert lieber durch Webräume, als sich in der realen Natur menschlichen Lebens aufzuhalten. Man schreibt lieber E-mails und chattet statt sich persönlich zu zeigen. Die neue Gesellschaftsordnung zwingt noch die letzte Firma zum Internetauftritt, also zur ständigen Präsenz an einem Hof, dessen Monarch kein Gesicht mehr hat.
    Auch wir entziehen uns diesem geschichtlichen Schauspiel nicht. Auch wir präsentieren uns (entsprechend der aktuellen Mode), benützen die üblichen Internet-Staffagen, kommunizieren, vernetzen uns, promenieren.

    Und doch wird an dieser Betrachtung etwas aufgefallen sein. Eine gewisse Distanz und Ironie. Als ob es ein Spiel sei, ein großes Theaterstück. Aber klingt unsere Rede verzweifelt, wie wir sie bei einem Albert Camus antreffen? Nein. Der Zyniker sieht das Spiel und hält es für sinnlos, der Ironiker sieht darin ein sinnvolles Spiel – und lächelt.

     

  • Helmut Schmidt 1918 bis 2015 – ein kurzer kairologischer Nachruf

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    Wer so alt wird wie Schmidt, dessen Leben ist schon längst in allen Facetten beschrieben und analysiert worden. Ein farbiges, differenziertes Bild begegnet uns. Was aber gab diesem Mann seine innere Einheit?

  • Kairos Reisen - Geschichte völlig neu verstehen

    Warum wurde gerade so gehandelt und nicht anders? Aus welchem Zeit-Geist heraus? Und wie können wir, Jahrhunderte später, es innerlich direkt nach- und miterleben? Wer solche Fragen hat, für den sind unsere Kairos-Reisen genau das Richtige.

    Für uns sind große Kulturen wie Makro-Personen. Ihre großen Kunst- und Bauwerke bilden in höchster Vollkommenheit den vorgegebenen historischen Kairos ab. Die Kairologie kann zeigen, wie die historischen Phasen unseren eigenen Lebensweg spiegeln und uns damit einen ganz neuen Zugang zu uns selbst ermöglichen.

    Konkret wird dies in unseren kleinen (Exkursionen) und großen Kairosreisen.

     

    MainzDom.jpgDer Dom zu Mainz als Abbild unserer Kairos-Lebensphasen

    Halbtages-Exkursion

    Kairologische Domführerin: Anke Bohl, Kairos-Trainerin

     

     

     

     

     

    Chartres.jpgChartres und Versailles

    25. bis 31. August 2019

    Leitung: Dr. Karl Hofmann

    Die Kathedrale von Chartres ist die bedeutsamste und schönste Bischofskirche Frankreichs und des 13. Jahrhunderts. Es ist faszinierend in ihre Geschichte und ihre Weisheit einzutauchen. Für viele Menschen ist Chartres zu einem wichtigen Ort der Kraft und des Segens geworden, der wesentliche Impulse für den eigenen Lebensweg geben kann. 

    Unser Anliegen

    Wir gehen darüber hinaus. Wir wollen den Kairos der Kathedrale und damit auch unseren Kairos tiefer verstehen. Wir werden im Großen auch die Beziehungen unserer Lebensphasen zueinander studieren und dazu einen Tagesausflug in die Schlossanlage von Versailles machen.

    Das Chartres-Kairosseminar soll so für uns alle etwas ganz Besonderes sein. Es geht um die Erweiterung unseres persönlichen und geschichtlichen Horizonts, um das tiefere Erleben und Verstehen des eigenen Weges, um das innere Auftanken und um unsere Gemeinschaft.

     Flyer

     

     

     

  • Kalenderblätter Archiv Vorbemerkungen

    Unsere Kalenderblätter greifen in unregelmäßigen Zeitabständen aktuelle Ereignisse aus Politik, Gesellschaft oder Wirtschaft auf und interpretieren sie aus einer kairologischen Perspektive. Einige Beispiele aus den vergangenen Jahren können Sie in diesem Archiv einsehen. Möchten Sie über neue Beiträge direkt informiert werden, tragen Sie sich bitte in der Anmeldung zum Newsletter ein.

  • Königin Elisabeth II. - eine bestaunte „Wiedergeburt“

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    Die englischen Königinnen Elisabeth I. (geboren 1533) und Elisabeth II. (1926) verhalten sich gemäß dem „dreistöckigen Familienhaus“ des okzidentalen Systems auf das Jahr genau analog zueinander. Nur mit einem Jahr Differenz bestiegen sie auch den Thron (1558/1952), beide regier(t)en wohl bis zum Tode, 1603 starb die eine – Elisabeth II. ist jetzt stolze 90 Jahre alt. Ihr amtliches Selbstverständnis erscheint durchaus ähnlich. Elisabeth I. wurde immer mehr zur „Virgin Queen“, mit immer gleichem gepuderten Teint (für das Volk). Elisabeth II. bietet immer das gleiche, fast ähnlich geschminkte Bild, einen Hort der Zeitlosigkeit in hektischer Zeit.

    Gerade vor diesem Hintergrund hat eine Besonderheit ihrer Herrschaft einen tiefen Sinn. Sie verweigert ihrem Erstgeborenen und Kronprinzen Charles die Nachfolge. Dieser, Jahrgang 1948, steht am Ende derselben „Ordnungsgeneration“, in der sie am „geistigen“ Anfang steht. Er hat sich immer mehr als eigenwillige und eigenständige Persönlichkeit gezeigt (Camilla, Öko-Gut). Er schien wenig geeignet, die überzeitliche Einheit des Königshauses zu wahren, für die seine Mutter steht. Chancen hat erst wieder Enkel William, der ihr, um zwei Generationen versetzt, kairologisch sehr genau entspricht.

  • Nach dem Duell. Kairologische Anmerkungen zur US-Wahl

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    In Amerika wählen bekanntlich nicht direkt die Wähler ihren Präsidenten, sondern die „Wahlmänner“. Diese wiederum haben keine Wahl außer ihren Bundestaat zu repräsentieren. Dieser tritt grundsätzlich nach außen als Einheit auf. Wo 51 % einen Kandidaten bevorzugen, gehört der ganze Staat dem Kandidaten.

    Das System ist zwar so erst im 18. Jahrhundert konstruiert worden, geht aber im Kern auf Johannes Calvin zurück.

  • Sensation in der Geschichtsforschung. Forscher weisen erstmals historische Kairoswellen nach

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    Heute schreibt man noch von „Weltraumforschung“ und „Gravitationswellen“ und es ist ein Bericht über die Ergebnisse eines internationalen Teams aus Astrophysikern, die gerade der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurden. In 50 Jahren könnte die Analogie wie oben lauten und es ginge um die Ergebnisse eines internationalen Teams aus Historikern und Kairologen.

    Die aktuellen Forscher haben erstmals nach 100 Jahren die von Einstein vorher gesagten Gravitationswellen nachgewiesen. Die winzigen Wellen sind Verzerrungen der Raumzeit, die bei äußerst energiereichen Ereignissen im Universum entstehen. Mit der Möglichkeit, Gravitationswellen direkt zu beobachten, stehe nun ein fundamental neues Werkzeug zur Erforschung des Universums zur Verfügung, hieß es. „Die nobelpreisverdächtige Entdeckung sei vergleichbar mit dem Moment, als Galileo Galilei im 17. Jahrhundert das erste Mal sein Fernrohr gen Himmel gerichtet habe.“ Für Eingeweihte: mit diesem Vergleich wurde tatsächlich eine perfekte kairologische Entsprechung erspürt.

    Das gibt auch uns Kairologen Hoffnung. Was im Weltraum die Gravitationswellen sind, das sind im Geschichtsraum die Wellen der Bedeutungsveränderung. Sie lassen sich wesentlich aus der historischen Dynamik des Kairos begründen. Ohne sie gäbe es keine Geschichte von Hochkulturen und keine tiefere Sinnhaftigkeit großer historischer Ereignisse. Aber auch wir haben bisher nicht die Instrumente, um sie in einer Art und Weise nachzuweisen, dass die Historiker sie anerkennen MÜSSEN.

    Nun, ab heute wissen wir, dass die Chancen gut sind, diesen Punkt zu erreichen.

  • Skeptische Kunst: Manierismus

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    Dieser Ausdruck wird gewöhnlich verwendet für Maler, die in der Generation nach den großen Vorbildern Leonardo da Vinci oder Michelangelo gemalt haben.  Diese ist Thema der  aktuellen Ausstellung "Maniera"  im Städel-Museum in Frankfurt am Main.

    Eine kairologische Betrachtung lässt erkennen,

  • VIER ADVENTSKERZEN - vier Kairosmomente der Menschheit

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    Paris vor einem Jahr.  Kurz vor Weihnachten will jemand im Blumengeschäft einen Adventskranz. Es sei eine neue Mode, so vermerkt ein Korrespondent dazu, sich einen deutschen Adventskranz nach Elsässer Art in die Wohnung zu stellen. Allerdings, wird angemerkt, wüßte kaum jemand,worin genau der Sinn der vier Kerzen bestehe. Bei uns dürfte immerhin noch bekannt sein, dass der Advent der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest dient und die vier Kerzen die vier Adventssonntage bezeichnen. Aber warum vier? Hier gibt das Christentum aus kairologischer Sicht eine tiefgründige Antwort.

    Makrohistorisch symbolisiert der Advent die Sehnsucht und Vorbereitung der Menschheit auf die Vereinigung von Gottheit und Menschheit in der „Fleischwerdung" des Logos in Jesus Christus. Dieser neue und endgültige „Bund" wird in der Gestaltung des AT auf vier Transformationsstufen vorausgebildet.
    Am Anfang steht der Bund mit „Noah" – nach der Sintflut eine neue Einheit der ganzen Menschheit mit Gott. Die zweite Stufe ist der Bund mit „Abraham". Er bezieht sich bereits auf eine bestimmte Generationenkette von Nachkommen. Auf der dritten Stufe steht der Bund mit „Mose". Er realisiert sich über eine gemeinsame, von Gott vorgegebene Vernunfteinheit, versinnbildlicht in den Gesetzestafeln (Torah). Die letzte Stufe ist der Davidsbund. Er verkörpert die Einheit von Jahwe mit einem konkret geschichtlichen Staat „Israel", bezogen auf ein prähistorisches kleines Land und eine nach wie vor existierende Hauptstadt Jerusalem.

  • Von IBM zu Facebook

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    Warum verlor IBM den Softwaremarkt an Microsoft? Warum musste Microsoft Google die Position als führendes Internetunternehmen überlassen? Und warum könnte Google nicht die Kommunikationsmacht vom Facebook brechen?

    Die eigentliche Antwort ist nicht das Produkt von 1000 kausalen Prozessen. Sie ist energetisch. Sie hat mit dem ungeheuren menschlichen Energiesystem zu tun, das schon seit Jahrhunderten seine Kreise zieht. Sie liegt begründet im historischen Kairos. Er bestimmt den möglichen Horizont der menschlichen Energie.

  • Wahl 2017: Merkel und Schulz - kairologisch

    Deutschland wählt am 24. September. Kairologisch haben wir nicht die Aufgabe, Wahlergebnisse vorherzusagen. Sie hängen von vielen Faktoren ab. Uns kommt es darauf an, die maßgeblichen Persönlichkeiten tiefer zu verstehen. Was lässt sich in Kürze zu Angela Merkel und Martin Schulz sagen?

  • Was begründet die Einheit des Menschen? Von der Genetik zur Kairologie.

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    Was begründet die lebendige Einheit eines Menschen? Hat er einen unverlierbaren Personkern?

    Ja, sagte die Theologie. Jeder Mensch ist Geschöpf, also ein einmaliges schöpferisches Produkt Gottes, das immer an ihn zurück gebunden bleibt. Doch das Modell begründete zu viel kirchliche Abhängigkeit.

  • Wegbereiter der Kairologie

     

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    Erkenne den Kairos! Sonnenuhr an der Kathedrale von Ely aus der Zeit des Humanismus

    Die Suche nach der „heiligen Hochzeit", der realen Verbindung zwischen „oben" und „unten", makro- und mikrohistorischer Welt, Glaube und Vernunft, Metaphysik und Physik, Ratio und Evolution hat viele große Forscher und Denker getrieben. Wir nennen hier eine Auswahl wichtiger Wegbereiter der Kairologie seit der Zeit der Aufklärung.

    Immanuel Kant (geb. 1724) stellt direkt die historische Aufgabe, die bis zur Kairologie führt:

    "Wenn man indessen annehmen darf: dass die Natur selbst im Spiele der menschlichen Freiheit nicht ohne Plan und Endabsicht verfahre, so könnte diese Idee doch wohl brauchbar werden; und ob wir gleich zu kurzsichtig

     sind, den geheimen Mechanism ihrer Veranstaltung zu durchschauen, so dürfte diese Idee uns doch als Leitfaden dienen, ein sonst planloses Aggregat menschlicher Handlungen wenigstens im Großen als ein System darzustellen." I. Kant, Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht, in:R. Bubner (Hg.,) Deutscher Idealismus, Bd. 6 (=Geschichte der Philosophie in Text und Darstellung), Stuttgart:reclam 1978, 109.

    In der Folgezeit wird von allen Seiten aus dieses „System" der menschlichen Dynamik gesucht und die notwendigen Bausteine für die Errichtung eines umfassenden Geschichtsgebäudes zusammengetragen.

    C. G. Jung (geb. 1875) entdeckt das kollektive Unbewusste, Oswald Spengler (geb. 1880) die Hochkulturen als „Pflanzen", Arnold Toynbee (geb. 1889) als „Gesellschaften", José Ortega y Gasset (geb. 1883) stößt auf das zentrale Problem der historischen Generation als „Angel der Geschichte", Wilhelm Pinder (geb. 1878) auf deren ungefähre Länge im Bereich der Malerei, Martin Heidegger (geb. 1889) durchdenkt den Zusammenhang von Sein und Zeit, Romano Guardini (geb. 1885) die personale, Karl Mannheim (geb. 1893) die soziologische Dynamik.

    Allerdings fehlt bis ins 20. Jahrhundert hinein für ein rationales Verständnis ein wesentlicher Brückenpfeiler, die Naturwissenschaft. Erst die Erkenntnisse von Kern- und Astrophysik, von Quantenmechanik und Chaosforschung eröffnen den Raum dafür, auch die menschlichen Wege rein von ihrer Dynamik her zu beleuchten.

    Erst dadurch „erhielt der humanwissenschaftliche Traum, man könnte vielleicht auch im Bereich der Kultur und Gesellschaft einmal eine mit der von den Physikern gesuchten ´Weltformel´vergleichbare ´Menschenformel´oder ´Lebensformel´finden, neue Virulenz, so der historische Anthropologe Jakob Tanner.
    Für die Kairologie ist diese „Menschenformel" das Global Human Timing System.

    Dazu heißt es in KAIROS:
    “Wie durch das Global Positioning System (GPS) heute über die Erde ein unsichtbares geografisches Netz und durch das Cyberspace über die Welt unserer Informationen ein unsichtbares World Wide Web (WWW) gelegt ist, so bildet das Global Human Timing System (GHTS) das unsichtbare energetische Netz, das allen konkreten menschlichen Beziehungen zugrunde liegt.“ (291).

    Ob Völker oder Individuen – alle erfahren es unmittelbar im Kairos.
    Die Kairologie aber hat selbst ihren historischen Kairos und damit ihre Zeit lebendiger Bedeutung.

    Sie kann erstmals ihren eigenen geschichtlichen Ort bestimmen. (vgl. KAIROS 281-292)

     

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