Blog Vorbemerkung

Die Blogartikel spiegeln fast fünf Jahre Gegenwartsreflexion aus kairologischer Perspektive wider. Immer wird versucht, zum historischen Kairos vorzustoßen. Die Frage war also: Was hielten die aufgegriffenen Persönlichkeiten jeweils für ihr Optimum? Wie glaubten Sie, am stärksten ihrer Berufung und der größten historischen Kraft zu folgen? Natürlich spielen immer auch Charakterzüge, Umstände, Machtbedürfnisse, taktische Überlegungen, Zufälle eine Rolle, aber im Kern ging es allen um mehr, nämlich um ein Handeln, das sie für innerlich notwendig hielten. Bis zu diesem Punkt vorzudringen, wo es um Sinn ging im Hier und Jetzt, war unser Anliegen. Nehmen Sie die Texte als Anregung und Hilfe dafür, kairologisches Verstehen besser zu verstehen.

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Dieser Ausdruck wird gewöhnlich verwendet für Maler, die in der Generation nach den großen Vorbildern Leonardo da Vinci oder Michelangelo gemalt haben.  Diese ist Thema der  aktuellen Ausstellung "Maniera"  im Städel-Museum in Frankfurt am Main.

Eine kairologische Betrachtung lässt erkennen,

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Wie kann jemand übermenschliche Macht und Anerkennung (in der Form von Millionen Euro oder Dollar) in Anspruch nehmen? Man rechtfertigt sich üblicherweise mit der großen Aufgabe, der sozialen Verpflichtung, der Konkurrenz der Besten. Aber ist das wirklich der Kern, aus dem die Gewissheit kommt, es zu verdienen?

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Barack Obama hat in seiner zweiten Amtszeit das große Forschungsziel für seine Beziehungs-Generation formuliert. Nach der Weltraumforschung, die einst John F. Kennedy vorantrieb, und der Decodierung des Erbguts im Human Genome-Projekt gehe es nun um die Entschlüsselung des Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Das Projekt heißt sinnig „Brain“ (für: Brain Research Through Advancing Innovative Neurotechnologies). Für den ersten Schritt: 100 Millionen US-Dollar Förderung. Das bestehende Defizit formulierte Obama so:“Wir können Galaxien identifizieren, die Lichtjahre entfernt sind. Wir können Partikel untersuchen, die kleiner sind als ein Atom. Aber wir haben noch nicht die Mysterien der drei Pfund schweren Masse gelüftet, die zwischen unseren Ohren sitzt.“
Man will also herausfinden, wozu das Gehirn eigentlich gerade so und nicht anders organisiert ist. So gut das Ziel ist, so untauglich sind die Mittel. Es sind die Mittel eines „alten“ Denkens. Als ob sich neurologisch begründen ließe, was der Neurologie vorausgeht: nämlich das System der spezifisch menschlichen Beziehungskräfte, in denen Geist und evolutive Kräfte a priori vereint sind. Unsere Antwort: das Gehirn des Menschen ist – über seine normalen evolutiven Aufgaben hinaus – dafür da, die Welt der menschlichen Beziehungskräfte (Welt 2) in der real wahrnehmbaren Welt (Welt 1) verwirklichen zu können.

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Die englischen Königinnen Elisabeth I. (geboren 1533) und Elisabeth II. (1926) verhalten sich gemäß dem „dreistöckigen Familienhaus“ des okzidentalen Systems auf das Jahr genau analog zueinander. Nur mit einem Jahr Differenz bestiegen sie auch den Thron (1558/1952), beide regier(t)en wohl bis zum Tode, 1603 starb die eine – Elisabeth II. ist jetzt stolze 90 Jahre alt. Ihr amtliches Selbstverständnis erscheint durchaus ähnlich. Elisabeth I. wurde immer mehr zur „Virgin Queen“, mit immer gleichem gepuderten Teint (für das Volk). Elisabeth II. bietet immer das gleiche, fast ähnlich geschminkte Bild, einen Hort der Zeitlosigkeit in hektischer Zeit.

Gerade vor diesem Hintergrund hat eine Besonderheit ihrer Herrschaft einen tiefen Sinn. Sie verweigert ihrem Erstgeborenen und Kronprinzen Charles die Nachfolge. Dieser, Jahrgang 1948, steht am Ende derselben „Ordnungsgeneration“, in der sie am „geistigen“ Anfang steht. Er hat sich immer mehr als eigenwillige und eigenständige Persönlichkeit gezeigt (Camilla, Öko-Gut). Er schien wenig geeignet, die überzeitliche Einheit des Königshauses zu wahren, für die seine Mutter steht. Chancen hat erst wieder Enkel William, der ihr, um zwei Generationen versetzt, kairologisch sehr genau entspricht.

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Lebenserfolg ist eine Frage der richtigen Kairosstrategie. Das ist unsere Grundthese.

Erfolg hängt weniger von der Größe der individuellen Intelligenz, der Kenntnisse oder der jeweiligen Mittel ab, sondern ganz entscheidend von der Art, wie jemand seine Kräfte und Mittel einsetzt. Das hat sich inzwischen bei vielen Führungskräften herumgesprochen.

Woran aber sollen wir uns beim WIE orientieren? Die besten Strategien haben sich bisher an der „Natur“ ausgerichtet. Die Natur weise dem Menschen den Weg. Das ist richtig -  aber welche Natur?

Begründet der effektive Einsatz jeder Art von Energien  bereits den eigenen Lebenserfolg? Verstehen wir mit unserem Wissen um biologische, soziale oder wirtschaftliche Kräfte wirklich schon, wie unser Leben als Mensch und geschichtlich Beteiligter funktioniert? Genügt es, die biologische oder gar atomare Natur des Menschen zum Maßstab zu machen?

Wir sagen: nein.  Denn so  würden  wir gerade das unterschlagen, was das Spezifische der menschlichen Natur ausmacht. Seine Natur liegt nämlich nicht in bestimmten realen Eigenschaften, sondern in einer besonderen Dynamik, mit der er zu all seiner Wirklichkeit in Beziehung treten kann. Solange wir darum nicht genau Bescheid wissen, verstehen wir zwar viele Einzelheiten, nicht aber den geschichtlichen Weg, den der Einzelne und die ganze menschliche Gemeinschaft geht. Dann wissen wir zwar viel von den Kräften der Natur, die überall wirken, aber wenig von den spezifisch menschlichen Ausformungen dieser Kräfte. Wie sich das Leben der Zelle nicht aus dem Verhalten von Molekülen ganz verstehen lässt, so die menschliche Evolution nicht  ganz aus der biologischen. Der Mensch hat eine Besonderheit, die ihm bisher nur in symbolischer Form zugänglich war, den Kairos.

Wer diesen Kairos verstehen lernt, wird sich vielleicht  bald vorkommen wie jemand, der bisher gelernt hat, Stadtpläne zu lesen, und erstmals ein Navigationsgerät kennenlernt.

Nicht jeder Autofahrer  muss wissen, wie der astrophysikalische oder quantenmechanische Hintergrund dazu aussieht, wie genau die Funksignale der verschiedenen Satelliten koordiniert werden. Er muss  nur wissen, was  das Navi ihm über das Hier und Jetzt sagen kann.  Schon das übersteigt das Wissen derer, die ihn  bisher gelotst haben oder Landkarten fertigten.

In schwieriger werdenden Zeiten stellt sich die Frage: Wie komme ich als Führungskraft oder als Unternehmer am besten durch? Jeder ist eigentlich gewillt, sein Bestes zu geben. Die Frage ist: Was steht gerade an? Wie erreiche ich mein Optimum?

Es gibt ein zu früh und zu spät bei unternehmerischen Grundentscheidungen, bei der Besetzung von Posten, bei der Übergabe an Jüngere. Wer mit 30 in eine Firma eintritt, hat mit 40 oder 50 eine andere Beziehung dazu. Wichtig wäre zu wissen, nach welcher tieferen Logik sich diese Beziehung ändert.

Wir könnten uns  auch sonst viel an menschlicher Lebensenergie sparen, wüssten wir  oft genauer, welche Kraft tatsächlich hinter diesem oder jenem Wort oder Tun steht. Wir schätzen manchmal die Motivation von Menschen falsch ein.  Oder wir fühlen uns enttäuscht, weil wir Beteuerungen geglaubt haben, hinter denen nichts war.

Der Weg zu echtem Lebenserfolg verläuft nicht immer dramatisch. Bei manchen erscheint er nahezu geradlinig zu sein. Ihre Entscheidungen liegen auf einer Linie, scheinen einer zwangsläufigen Kausalität zu folgen. Und doch  ändern sich auch in diesen Fällen die menschlichen Energien. Ob so oder so - diese unternehmerisch zu beachten, heißt energiebewusst zu führen. Energiebewusst führen aber heißt: Kairosbewusst führen. 

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Wie kann etwas heute noch praktischen Nutzen haben, was aus der Antike stammt? So lautet ein Einwand gegen den kairologisch orientierten Ansatz in der Wirtschaftsberatung. Tatsächlich geht die Beschäftigung mit Kairos historisch auf die frühgriechische Mythologie und die Bibel zurück – also in eine Zeit und Denkweise, die mit den Herausforderungen der Gegenwart wenig gemein haben mag. Aber es gibt mehr Bezüge, als man denkt.

Das Wirklichkeitsverständnis in Unternehmen und Organisationen hat sich in den letzten zwei Generationen radikal verändert. Während früher die große Welt eine Ausweitung der eigenen realen Welt im Geiste war, hat die Globalisierung unmittelbare Wirkungen in unseren Alltag hinein. Genauso hat die Digitalisierung unser Wirklichkeitsverständnis radikal verändert. Jahrhundertelang lebten wir im Bewusstsein von einer einzigen realen Welt. Andere Welten waren nur geistig oder transzendent oder Produkte von Fantasien. Jetzt sind wir mit zwei realen Welt konfrontiert. Die digitale Welt ist zwar für die Sinne unfassbar, aber nicht weniger real als das, was wir greifen können.

Entspricht es dem noch, von einer einzigen Art menschlicher Zeit auszugehen, nämlich der chronologischen bzw. auch chronobiologischen. Könnte es nicht sein, dass der Mensch auch eine zweite Welt von Zeitfeldern hat, die so unfassbar wie die Elektronik und so universal wie das Internet ist? Wir wissen heute sehr wohl, dass zwischen dem, was jemand sagt, und dem, was es wann bedeutet, klar zu unterscheiden ist. In der Bedeutung zeigt sich die menschliche Kraft. Kraft aber bildet Felder. Ist es daher nicht nahe liegend, auch für den Menschen die Wirklichkeit von Raum-Zeit-Kraftfeldern anzunehmen, die die Dynamik unserer Bedeutungen steuert?

In einer psychoanalytischen Sprache klingt dieser Gedanke so: „Was Individuen verbindet, sind zunächst Fantasievorstellungen, die auf das Gegenüber übertragen werden. Diese Übertragungen können positiver wie negativer Art sein, meist sind sie beides, also ambivalent. Anhand solcher unbewussten Vorannahmen über den anderen knüpfen wir an frühere Beziehungserfahrungen an und verschaffen uns beim Umgang mit anderen Menschen Orientierung, indem wir uns an unsere individuelle Lebensgeschichte erinnern.“ (W. Kretzschmar und N. Senarclens de Grancy, mehr Seele im Unternehmen,Süddeutsche Zeitung v. 1. März 2016,2)

Zwar beschränkt sich dieser Gedanke noch zu sehr auf eine bestimmte Art von Prozessen und Perspektiven, aber die Grundrichtung dieses Denkens kommt einer Kairologie nahe, die energetische Beziehungen zum Ausgangspunkt der Wirklichkeitsdeutung macht.

Können wir zeigen, dass die Dynamik des Kairos eine klare Ordnung besitzt, dann genügt es nicht mehr zu sagen, wichtige Entscheidungen werden aus dem Bauch getroffen. Zweifellos stimmt es, dass Statistik und Bilanzen allenfalls nachträglich der Absicherung der Entscheidung dienen, aber dieser sogenannte Bauch ist keine Erklärung, sondern nur ein Bild für das, was kairologisch zu klären ist. Die Summe solcher „Bauchentscheidungen“ führt zuletzt zum Beispiel oft zu der Selbsterkenntnis, einen bestimmten Weg zur eigenen Ganzheit gegangen zu sein.

Auch die Rede von Unternehmergeist und Unternehmensphilosophie verweist auf die tragende Bedeutung des historischen Kairos im Wirtschaftsleben. Ein historischer Kairos ist mehr als nur eine Fantasie, wie es die Psychoanalyse vielleicht gern sehen würde. Er verweist auf einen geschichtlichen Sinn, der wesentlich die persönliche Energie trägt. Im historischen Kairos enthalten aber ist auch die Tatsache, dass das, was zu einer bestimmten Zeit als Vernunft gilt, sich irgendwann in „Unsinn“ verwandeln kann. (Siehe Winterkorn, VW- Skandal, oder die AKW- Politik der großen Energiekonzerne)

Kairologisch orientierte Berater bieten einen energetischen Zugang zur Realitätswahrnehmung an, zum Beispiel in der Kommunikationskultur eines Unternehmens. Zugleich vermitteln sie den Führungsmitgliedern einer Organisation ihre Erkenntnismethoden und-Werkzeuge, und tragen somit dazu bei, dass Zukunfts-und Personalfragen entsprechend der tatsächlichen Dynamik von Zeit-Geist und Mitarbeitern beantwortet werden können.

Die Kairologie ist ein sehr wirksames Instrument, um ein erweitertes Verständnis für die Entwicklung und die Konflikte in Unternehmen zu bekommen. Kairos ist nicht nur eine persönliche Angelegenheit, sondern wesentlich eine Sache auf der historischen Ebene. Der Druck zur unmittelbaren Entscheidung von außen ist oft so groß, dass die Frage, ob dafür überhaupt die richtige Zeit sei, leicht verdrängt wird. Es ist eine systembedingte Verengung unternehmerischer Führung, die durch die Kairologie aufgebrochen werden kann.

Der kairologische Ansatz in der Unternehmensberatung ist an den Human Resources orientiert. Er prüft alle dafür relevanten Aspekte und führt einen Diskurs über die unsichtbare Dynamik, die viele Fehlbesetzungen vermeiden kann, genauso wie er Trendhascherei aufdecken kann, die nur zu unnötigen großen Verlusten führt.

Vielfach leidet die menschliche Entfaltung im Unternehmen. Eine kairologisch orientierte Unternehmensführung kann dazu beitragen, Führungskräften und Mitarbeitern mehr Raum zu ihrer Entfaltung zu geben und die Arbeitsbeziehungen so zu gestalten, dass ein Maximum an menschlicher Energie für die Zukunft frei wird.

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Heute schreibt man noch von „Weltraumforschung“ und „Gravitationswellen“ und es ist ein Bericht über die Ergebnisse eines internationalen Teams aus Astrophysikern, die gerade der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurden. In 50 Jahren könnte die Analogie wie oben lauten und es ginge um die Ergebnisse eines internationalen Teams aus Historikern und Kairologen.

Die aktuellen Forscher haben erstmals nach 100 Jahren die von Einstein vorher gesagten Gravitationswellen nachgewiesen. Die winzigen Wellen sind Verzerrungen der Raumzeit, die bei äußerst energiereichen Ereignissen im Universum entstehen. Mit der Möglichkeit, Gravitationswellen direkt zu beobachten, stehe nun ein fundamental neues Werkzeug zur Erforschung des Universums zur Verfügung, hieß es. „Die nobelpreisverdächtige Entdeckung sei vergleichbar mit dem Moment, als Galileo Galilei im 17. Jahrhundert das erste Mal sein Fernrohr gen Himmel gerichtet habe.“ Für Eingeweihte: mit diesem Vergleich wurde tatsächlich eine perfekte kairologische Entsprechung erspürt.

Das gibt auch uns Kairologen Hoffnung. Was im Weltraum die Gravitationswellen sind, das sind im Geschichtsraum die Wellen der Bedeutungsveränderung. Sie lassen sich wesentlich aus der historischen Dynamik des Kairos begründen. Ohne sie gäbe es keine Geschichte von Hochkulturen und keine tiefere Sinnhaftigkeit großer historischer Ereignisse. Aber auch wir haben bisher nicht die Instrumente, um sie in einer Art und Weise nachzuweisen, dass die Historiker sie anerkennen MÜSSEN.

Nun, ab heute wissen wir, dass die Chancen gut sind, diesen Punkt zu erreichen.

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Im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise formulierte Angela Merkel ein kollektives Bekenntnis: „Wir schaffen das.“ Interessant ist, wie Gerhard Schröder nach eigener Aussage formuliert hätte : „Wir können das schaffen, wenn wir bereit sind, die Voraussetzungen dafür hinzu bekommen.“

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