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Das Problem der Wahlforschung ist, richtig zu erfassen, was für das „Volk“ bedeutsam ist. Bisher ging man davon aus, dass im Allgemeinen die Menschen das sagen, was sie denken, und das denken, was sie fühlen bzw. für bedeutsam halten.

Diese Gleichung traf natürlich stets nur eingeschränkt zu. Der Unsicherheitsfaktor aber war relativ leicht einzupreisen oder herauszurechnen.

Das Problem bei der Wahl von Trump war, dass diese Theorie, die auf der Meinungsfreiheit der Demokratie beruht, in höherem Maße versagte, als dies erwartet werden konnte. Teile der Bevölkerung hatten im Vorfeld gleichsam eine Burka angelegt.

Diese Abweichung ist bedenklich. Hier zeigte sich ein kollektives Misstrauen gegenüber der „political correctness“.   Es war eine so unerwartete Ablehnung einer jahrelang gepredigten Linie,  dass sie aus den gültigen Theorien nicht ausreichend zu erklären ist. Das Problem deutete sich bereits in der Existenz der Neokons und der Teaparty an. Es versteckt sich nun in Internetplattformen. In ihnen können sich Gruppen und Weltanschauungen abseits der Öffentlichkeit sammeln und verstärken.

Trump benützte diese Feindseligkeit. Er machte sich zu ihrem Sprecher. Er zeigte Verachtung für diese moderne Ordensgemeinschaft der Medien. Er ignorierte die von ihr eingeforderte Rationalität und gewann, gerade weil sie ihn im Sinne dieser demokratischen Prinzipien lächerlich machen konnte.

Aber natürlich sind die Medien immer noch eine Macht und sie werden weiterhin alles dafür tun, diese Bedrohung ihrer Existenz aus dem Weg zu räumen. Ob es ihnen gelingt, ist noch offen. Aber selbst wenn… Das eigentliche Problem bleibt. Der Glaube an die universale „Kirche“ der Demokratie hat im Volk größere Risse bekommen, als erlaubt waren. Die Vertreter der rationalen Globalisierung sind mit Recht aufgeschreckt.

Trump unterminiert täglich das Vertrauen, das die Medien genauso benötigen wie die Geldinstitute. Es ist dringend geboten, dagegen etwas zu unternehmen. Es genügt nicht, die Widersprüche aufzuzeigen, in die Trump sich verstrickt. Trump setzt zwei Mittel ein, mit denen die Medien schlecht zurecht kommen. Das eine ist seine Direktheit (Twitter), die die Info-Macht der Medien einschränkt. Das zweite ist seine Unberechenbarkeit, die die Analysen der Experten relativiert.

So sind also sowohl die Medien als auch die im Hintergrund agierenden Wissenschaften in einer immer schwieriger werdenden Lage: Sie haben  immer weniger die untere Ebene der Gesellschaft (das nicht-öffentliche Volk)  und die oberste Ebene (Präsident) im Griff.

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