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Wir steuern technologisch auf die reine Gegenwart zu. Die alte statische website soll bald ausgedient haben. Alle Infos im Internet werden dann zeitlich strukturiert sein. „Als Gesamtkomposition wird der Liveticker zur absoluten Präsenz, die Zeit und Ewigkeit zusammenfallen lässt

... Das Internet wird endgültig zum Taktgeber der Gegenwart – mit den Timelines als Echtzeit-Synchronisierer. Es ist der Höhepunkt eines jahrhundertealten Ringens um die Deutungshoheit über die Zeit.“

Es sei erlaubt, uns in diesem Zusammenhang einen Text zu vergegenwärtigen, der schon vor 34 Jahren veröffentlicht wurde:

„Was haben die schöpferischen Geister des Abendlandes als ihr tiefstes Grundproblem erlebt? ... Die Endlichkeit, so glaube ich, die Schwere des Lebens, die sichtbare Welt als ihr deutlichstes Symbol, starr und beschränkend wie der Tod. Mit zunehmender Bewußtheit wurde das Statische zum Greuel. Kann aber alles Sichtbare zerfallen, muß das Unsichtbare zur einzigen Wirklichkeit werden. Der Bewegung selber wollte man habhaft werden. Man suchte die ´Zeit´; denn sie löst den Raum auf. Und so durchzog eine Sehnsucht die Forscher aller Art: über alles Räumliche zu jeder Zeit verfügen zu können, die reine Gegenwart als Traum, der Fusionsreaktor als perpetuum mobile der Energie. Die Vollendung bestünde in der völligen Abstraktion, der totalen Muße und Mobilität aller, der autokratischen Technik. Eine neue Art ´übernatürlicher´ Welt ist entstanden. Sie ist heute jedem Städter vertraut.“

(Karl Hofmann, Einheit der Gegensätze, München 1982, 22).

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