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Donald Trump (1946) und Hillary Clinton (1947) gehören kairologisch zur vierten und letzten Stufe eines Generationsfeldes, in dem an „Realismus“ geglaubt wird. Ted Cruz (1970) und Marco Rubio (1971), Die inzwischen ihren Wahlkampf aufgegeben haben, gehören zur vierten Schichtung einer sogenannten Beziehungs-Generation.

Bernie Sanders (1941) ist der einzige, der sich wirklich als Funktion eines spezifisch amerikanischen „sozialistischen“ Programms versteht. Alle aber, die wohl als Präsidentschaftskandidaten übrig bleiben, kämpfen für das Faktum ihrer Person.

Die „Alten“ sind im Kern Pragmatiker. Was Trump sagt, gilt ausschließlich dem Moment. Nicht der Inhalt, nur die aktuelle Wirkung zählt. Trump ist stolz darauf, kein Mann der Partei zu sein, sondern der typisch amerikanische Selfmademan. Er ist Opportunist und daher ist es ihm abzunehmen, wenn er sagt, dass er im Weißen Haus ein anderer Mann wäre, dass er den Zorn ablegen würde, dass er dann so geschickt und pragmatisch regieren würde wie ein Konzernchef. Er wird Fakten setzen und auf Fakten reagieren. Er schlägt zu – mit Fakten. Umgekehrt nimmt er die Schläge anderer wie ein guter Boxer. Er tut, als könnte ihn nichts treffen. Weltpolitik ist für ihn ein Wettstreit von Männern und von Trägern von Mentalitäten - wie zum Beispiel der mexikanischen, arabischen oder chinesischen.

Seine eigentliche Gegnerin würde Clinton sein. Sie ist die weibliche Variante des Pragmatismus. Sie hat sich ein riesiges Netzwerk in Washington und in der Welt der politischen Führer aufgebaut. Sie ist in ihrer Partei praktisch jetzt schon nicht mehr einholbar. Stärke wird gegen Verbindlichkeit kämpfen.

Die „jungen“ Kandidaten waren ideologisch aufgeladen. Ted Cruz baute auf die Radikalität seiner „christlichen“ Kompromisslosigkeit. Auch er hatte nicht den Rückhalt der konservativen Elite Washingtons. Marco Rubio hat eine andere Ausstrahlung, repräsentierte aber nicht weniger das Überzeugtsein von sich selbst.

Das Heil einer vierten Schichtung liegt in der Selbstdarstellung. Das Ringen läuft ab wie in einer Zirkusarena. Es sind Typen, die alles an sich abperlen lassen, die einen an ihrem Selbstbewusstsein, die anderen an ihren Überzeugungen. Trump versteht sich als ein personales Mittel zu dem Zweck, Amerika zu retten. Cruz versteht sich als den einen Weg zum wahren Bewusstsein, aus dem die Kraft zur Rettung Amerikas fließt.

Diese Typen zerreißen natürlich die Partei der Republikaner. Opportunismus gegen Fundamentalismus. Das eine ist aus der Tea-Party, das andere aus der Opposition zum „Establishment“ hervorgegangen.

Noch einmal könnte die USA auf einen Typus zurückgreifen, den schon George W. Bush verkörperte: Realismus in seiner letzten, einer radikal personalisierten Form – bevor die Beziehungsgeneration mit jemand wie Cruz oder Rubio dran kommt. Vielleicht wird nochmals Schutz im Glauben an die eigene Großartigkeit gesucht, ehe die Hoffnung auf die Verlässlichkeit persönlicher Überzeugungen an die Macht kommen kann. Die verbindende und soziale Haltung eines Obama mit seiner Interventionsskepsis wäre dann nur Übergang gewesen.

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