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Elektronik ist männlich, Internet weiblich. Das ist krass formuliert. Es trifft aber wohl die Tendenz. Am PC oder Handy ist eine gewaltlose Kommunikation angesagt. Mit Fäusten oder Lautstärke ist hier nichts zu machen. Das Glück liegt in der Empfänglichkeit für diese Art von Kommunikation. Sie ist leichtfüßig und bringt umso mehr Kontakte, als wir keine Information für die anderen zurückhalten. Es kommt darauf an, nichts zu wollen, einfach im Austausch zu sein, sich hinzugeben an das Medium.

Das ist gerade das Problem für Unternehmer, die in der Phase des Expandierens sind. Sie sind innerlich nicht frei. Sie wollen dieses Medium benutzen. Sie wollen etwas verkaufen. Das kann ein webinar sein, oder auch nur eine Überzeugung, die Werbung für eine Gruppe oder Partei. Ihr Anspruch und ihre Einflussnahme stößt manche ab. Das wissen sie. Daher spielen sie gern das Spiel vom Wolf und den sieben Geißlein. Sie fressen Kreide, zeigen weiße Pfoten vor und versuchen so, Zugang zu den Daten oder Gehirnen der Nutzer zu erhalten. So zum Beispiel dadurch, dass sie harmlose Newsletter ins Netz setzen, um an die Adressen von Kunden zu kommen. Oder dass sie kostenlos Veranstaltungen anbieten, deren einziger Zweck es ist, teure Fortsetzungen zu verkaufen.

Viele dieser Unternehmer gehören zu einem Generationsfeld, das noch nicht ganz im Internet zu Hause ist. Sie haben Probleme damit, ihre Daten freizugeben. Sie prüfen genau, was sie der Öffentlichkeit anvertrauen. Das Internet hat für sie noch nicht die Erotik, die bei den Jüngeren zu beobachten ist.

Diese sind, zum Beispiel auf Facebook oder WhatsApp, einfach präsent. Sie lieben das Medium. Sie geben sich ihm ungeniert hin, posten spontan Beiträge und Fotos, unberührt vom Schreckgespenst eines BND oder des NSA, unberührt auch von der Tatsache, dass Facebook, Google und andere aus ihren Beiträgen Datenprofile erstellen und gezielt Werbung lancieren. Ihr Fokus ist der große Kreis der „Liker“ und „Freunde“. Ihnen erscheinen Datenschutzbeauftragte wie Relikte aus einer fernen Zeit.

Dieser Generationsunterschied ist so fein wie gravierend. Wir alle kennen den Spruch: wenn zwei das gleiche tun, ist es noch nicht dasselbe. Wir bedenken diesen Spruch nur zu wenig. Und wir respektieren ihn zu wenig. Daher täuschen wir uns oft – und andere. Es lohnt sich also, zwischendrin innezuhalten und sich zu fragen, was einem dies oder das eigentlich bedeutet. Wer hier seine Grenzen akzeptieren kann, dem wird es auch leichter fallen, die Grenzen anderer zu respektieren statt sich darüber aufzuregen. Und es lohnt, sich fragen, ob man Facebook als Mann oder Frau betrachtet.

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