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Lange Zeit hat die Naturwissenschaft die innere Uhr des Menschen kaum beachtet. Ein Deutscher, Jürgen Aschoff, war es, der in den 1960er Jahren durch Bunkerversuche bewies „dass die innere Uhr keine Reaktion ist, sondern sich im Zuge der Evolution als autonomer Mechanismus des Körpers etabliert hatte. Er musste in den Genen festgeschrieben sein“ (Süddeutsche Zeitung v. 4. Oktober 2017,14).

Erst in den 1980er Jahren brachten die diesjährigen Nobelpreisträger den Nachweis dafür. Das Gen period steht aber nicht allein, sondern wird mit den Genen timeless, clock und cycle zusammen. Zwei dieser Erbanlagen bilden jeweils ein funktionelles Paar.

Ist man damit fast am Ziel? Molekularbiologisch vielleicht. Aber der Mensch ist mehr als die Funktion biologischer Prozesse und mehr als die Funktion von clocks.

Damit ist jedoch hier nicht gemeint, dass er sich in seinem Geist auch soziale Zeiten wie Tage und Jahreskalender konstruieren kann. Für die Kairologie ist weder die soziale noch die chronobiologische Zeit die wahre Zeit des Menschen. Denn beide haben von sich aus keine Bedeutung. 24 Stunden stellen einen leeren Zeitraum dar, der für alles offen ist. Körperuhren funktionieren im Prinzip bei Mäusen und Menschen in gleicher Weise. Sie regulieren Körperfunktionen, haben aber nichts mit Glück oder Unglück zu tun.

Solche Bedeutung des Lebens geht erst aus der energetischen Zeit jenes Wesens hervor, in dem sich Evolution und Geist vereint haben, des Menschen. Die Uhr des Menschen zeigt keine Realitäten an, sondern Wahrscheinlichkeiten. Sie ist die Uhr für sein In-Beziehung-sein. Der eigentliche schöpferische Akt des Menschen ist, immer wieder neu mit seiner Wirklichkeit in Beziehung zu treten. Was er ablehnt, das ignoriert, bekämpft, verändert er. Was er bejaht, das hält er für objektiv, wahr, schön, gut, gerecht. Bejahung verstärkt die echte Wahrnehmung, Verneinung verringert sie. Wichtige Formen, in denen sich Bejahung zeigen kann, sind Liebe, Glaube, Hoffnung, Sinn. Dem entspricht es, dass sich Verneinung in Hass, Unglaube, Pessimismus oder Zynismus ausdrücken kann.

Die Zeit des Menschen ist bedeutungsvoll, weil sie unmittelbar mit dem menschlichen Geist verbunden ist. Zeit aber ist sie, weil sie ihre Einteilung aus der tatsächlichen Evolution erhält. Dennoch ist sie nicht einfach messbar. Die Ebene, auf der sie existiert, ist die Welt der Wahrscheinlichkeiten, der energetischen Beziehungen.

Die Quanten der menschlichen Zeit ähneln den Quanten der Physik. Sie sind nicht ein Etwas, sondern Beziehung. Allerdings nicht bloß eine geistige Beziehung, sondern eine ganzheitliche. Ganzheitlich besagt in diesem Fall, dass sie zum einen den Menschen in seiner Beziehung zu seinen sinnlichen Erfahrungen darstellen. Zum anderen aber bezieht sich die Rede von der Ganzheit auch auf die Ziele, auf die menschliche Lebensquanten ausgerichtet sind. Menschliches Leben enthält gleichsam einen Vektor. Er zielt auf ganzheitliche Erfüllung hin. Diese Ausrichtung betrifft die kleinste Tageseinheit genau so wie die größten historischen Bewegungen. Nobelpreise werden für solche Erkenntnisse aber noch nicht vergeben.

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